Friedrich-Magnus-Gesamtschule / Laubach

Wir trauern um Christa Penner

Christa Penner, (geb. Uhl) geboren am 1.10.1945 ist am 19.2.2015 gestorben.

Wenige Tage vor ihrem Tod hatte ich noch mit ihr gesprochen, sie war zwar schon geschwächt aber immer noch voll Lebensmut. Am 7.3.2015 waren wir bei der Trauerfeier in der ev. Kirche in Kirchberg (Lollar). Ich danke allen Mitglieder des Fördervereins, sowie den Ehemaligen der Friedrich-Magnus-Gesamtschule, dass sie ihr die letzte Ehre gegeben haben.

Besonders danke ich Jörg Niesner für die Predigt und die einfühlsamen und ehrenden Worte.

Ich habe Christa Penner in meiner ersten Zeit als Schulleiter an der Gesamtschule Laubach kennen und schätzen gelernt. Sie hatte vor dem Lehramtsstudium mehrere Berufe erfolgreich inne und nachdem sie eine Leukämieerkrankung überwunden hatte, einen neuen Anfang mit einem Lehramtsstudium gemacht. Mit Frau Penner hatten wir eine Kollegin, die sehr erfahren war und weit mehr als nur den schulischen Bereich kannte.

Gleich zu Beginn ihrer schulischen Tätigkeit setzte ich sie als Klassenlehrerin einer 5. Klasse ein und in Folge immer wieder in der Förderstufe. Der Übergang von der Grundschule an die Gesamtschule, die Förderung der Schülerinnen und Schüler mit Lese-Rechtschreibschwäche und die Erziehung „ihrer Kinder“ lag ihr sehr am Herzen.

Bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit als Klassenlehrerin war es ihr wichtig, alle Eltern ihrer Klasse zuhause zu besuchen, um mehr für die schulische Arbeit zu erfahren. Aus diesem Grund war ihr stets ein sehr guter Kontakt mit den Eltern wichtig; für sie war sie auch immer zu erreichen.

Es war ihr ein Gräuel, dass es Lehrer gab, die ihren Beruf nur als Job verstanden. Für sie war es Berufung.

Sie hatte aber auch stets Ansprüche an die Schülerinnen und Schüler. Dabei ging es nicht nur um den Stoff, sondern auch um das Verhalten und um den menschlichen Umgang miteinander. In diesem Sinn verstand sie auch die regelmäßigen Klassenfahrten in der Förderstufe nach St. Peter-Ording, die sie stets gewissenhaft vorbereitete und durchführte.

Auch außerhalb des Unterrichts konnten wir uns immer auf ihre Unterstützung verlassen. An einem Wochenende z. B. kamen sie und ihr Mann mit einem Anhänger mit großen Sandsteinen, um den Hang bei dem damals neuen Förderstufenbau zu befestigen. Bei schulischen und außerschulischen Veranstaltungen engagierte sie sich stets. Sie übernahm es auch, für den Förderverein bei den Aufnahmeveranstaltungen bei den Eltern für einen Beitritt zum Förderverein zu werben. Sie war stets bei den von Förderverein mitorganisierten Veranstaltungen dabei und ließ sich auch bei der letzten Mitgliederversammlung 2014 als Kassenprüfer wählen.

Die Schülerinnen und Schüler erlebten bei ihr stets Anspruch aber auch Zuwendung. Der Grundsatz „Fördern und fordern“ passte sehr gut zu ihrer Einstellung. Wir verstanden uns hier sehr gut und führten manche pädagogischen Gespräche hierzu.

Diese Einstellung merkten auch die Referendarinnen und Referendare, die sie bei der schulpraktischen Ausbildung unterstützte. Frau Penner forderte viel, war aber dabei stets gerecht. Sie scheute sich auch nie, den Betroffenen unangenehme Wahrheiten zu sagen, wenn sich jemanden nicht für den Lehrerberuf für geeignet hielt.

Auch nach einem Schlaganfall führte sie diese Ausbildung fort, da sie gebraucht wurde und die Referendarinnen und Referendare sie überaus schätzten.

Sie begegnete den Menschen stets mit Achtung und erwartete dies auch von ihnen. Diese Achtung war und ist uns selbstverständlich. Auch jetzt nach ihrem Tod.

In diesem Sinn werden wir sie stets in guter und ehrenvoller Erinnerung behalten und wir denken voll Wärme an sie.

Vielleicht findet ihr bzw. finden Sie bei einem Besuch in Laubach auch den Weg in den Ruheforst und dort zum Baum 44, unter dem ihre Asche beigesetzt wird.

Ich schließe mit einem Satz von Antoine de Saint-Exupery aus „Der kleine Prinz“, ein Buch, das uns beiden sehr wichtig ist:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

 

Friedrich Dobler

Vorsitzender des Fördervereins der Friedrich-Magnus-Gesamtschule und ehemaliger Schulleiter